Gebäude der "MGS" - Militärgeschichtliche Sammlung PzBrig21 - Augustdorf
Gebäude der "MGS" - Militärgeschichtliche Sammlung PzBrig21 - Augustdorf

Eine kleine Auswahl unserer ausgestellten Exponate

MGS Flur EG
MGS Flur EG

Auf einer Fläche von fast 700 m² werden anhand von zahlreichen Schautafeln und ca. 1700 Exponaten das Traditionsverständnis der Bundeswehr, die Entwicklung des Militärs in der Region Lippe, die Standortgeschichte der Kaserne in der Gemeinde Augustdorf sowie die Geschichte der Bundeswehr von der Aufstellung über die Einbindung in das Bündnis bis zum Auftrag der Streitkräfte in heutiger Zeit erläutert und dargestellt. In der Ausstellung der mittlerweile aufgelösten Augustdorfer Bataillone und selbstständigen Einheiten kann man den Soldatenalltag im Wandel der Zeit nachfühlen. Neben militärtechnischen Besonderheiten - etwa ein Zündnadelgewehr von 1841 - bereichern auch personalisierte Objekte der Zeitgeschichte der Generale Wolf- Joachim Claus und Erwin Rommel die Ausstellung.


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Der Namensgeber "GFM Rommel"

Kasernen der Bundeswehr können mit Zustimmung des Bundesverteidigungsministers nach Persönlichkeiten benannt werden, die sich durch ihr gesamtes Wirken oder eine herausragende Tat um Freiheit und Recht verdient gemacht haben.
Dies beinhaltet

  • Wahrung und Achtung der Menschenwürde
  • Leben und Handeln nach soldatischen Tugenden wie Treue, Tapferkeit, Gehorsam, Kameradschaft, Wahrhaftigkeit, Verschwiegenheit, Fürsorglichkeit und
  • Liebe zu Heimat und Vaterland.
Bild von Generalfeldmarschall Rommel
Bild von Generalfeldmarschall Rommel
Namensgeber "GFM Rommel"
Namensgeber "GFM Rommel"

So erhielt auch am 20. Juli 1961 das nun durch die Bundeswehr genutzte ehemalige Nordlager des Truppenübungsplatzes Senne in Anwesenheit der Witwe und des Sohnes von Erwin Rommel den Namen "Generalfeldmarschall Rommel Kaserne".


Fahne der Jenaer Urburschenschaft
Fahne der Jenaer Urburschenschaft
Fahne der Jenaer Urburschenschaft, Schriftzug
Fahne der Jenaer Urburschenschaft, Schriftzug

Die "einzigartige Fahne"

Eine Kopie der Fahne der Jenaer Urburschenschaft. Bei diesem Objekt handelt es sich um eine der wenigen Kopien in der Sammlung. Mit dieser Fahne schritten am 18. Oktober 1817 über 450 Studenten aus dem Deutschen Bund auf die Wartburg bei Eisenach in Thüringen zum sogenannten „Wartburgfest“. Dieses Fest war aber kein Volksfest. Es war eine rein studentische Veranstaltung mit ausgesprochen protestantischem Charakter. Hier wurde in vielen Reden dem Unmut und der Enttäuschung Ausdruck gegeben, von dem die Studenten seit den Befreiungskriegen im Jahre 1813 erfüllt waren.

In der Hoffnung auf ein einiges und freies Deutschland, das man ihnen 1813 versprochen hatte, hatten sie im Kampf gegen Napoleon ihr Leben eingesetzt. Keine dieser Zusagen waren eingehalten worden. 

Diese Fahne gilt als Ursprung unserer schwarz-rot-goldenen Nationalfahne.


Eine M15-Uniform aus dem Jahr 1916

Eine M 1915-Uniform aus dem Jahre 1916. Diese Uniform gehörte Paul Meyer, einem Lehrer aus Herford und Leutnant im Ersten Weltkrieg. Die Schirmmütze trägt die lippische Kokarde. Leutnant Meyer war damals MG-Waffenoffizier im Infanterieregiment 55.

M15 Uniform von 1916
M15 Uniform von 1916
Erklärung zur M15 Uniform
Erklärung zur M15 Uniform

Die "Wand der alten Gewehre"
Die "Wand der alten Gewehre"
Soldat, Technik, Taktik im Wandel (1750 - 1916)
Soldat, Technik, Taktik im Wandel (1750 - 1916)

Die "Wand der alten Gewehre"

An dieser Wand sind die deutschen Militärgewehre aus der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zu sehen. Ausgestellt sind unter anderem das Dreyse-Zündnadelgewehr von 1841 (der erste in Massen produzierte und für den militärischen Einsatz taugliche Hinterlader), das Gewehr 88 (der erste Mehrlader mit Magazinschacht für fünf Patronen auf Streifenmagazin), das Gewehr 98 in verschiedenen Varianten (die Standartwaffe der deutschen Bundestruppen im Ersten Weltkrieg und der Reichswehr) und der legendäre Karabiner 98k (die Standartwaffe der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg).


Das Landwehrübungslager - Nordlager - Neues Lager - GFM-Rommel-Kaserne

Das Landwehrübungslager, erbaut Anfang 1937, hatte eine Kapazität von bis zu 1000 Soldaten. Es diente als Unterkunft für die übenden Landwehrbataillone aus dem Bereich des VI. Armeekorps in Münster. Schnell zeigte sich, dass das Lager für die schnell wachsende Wehrmacht zu klein war. So begannen bereits im Sommer 1937 die ersten Erweiterungsbauten.

Landwehrübungslager - Nordlager - Neues Lager - GFM-Rommel-Kaserne, Bilder
Landwehrübungslager - Nordlager - Neues Lager - GFM-Rommel-Kaserne, Bilder
Landwehrübungslager - Nordlager - Neues Lager - GFM-Rommel-Kaserne, Beschreibung
Landwehrübungslager - Nordlager - Neues Lager - GFM-Rommel-Kaserne, Beschreibung

Das Lager wurde nun ständig erweitert und bot bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Platz für bis zu 16000 Soldaten. Ende 1939 erhielt es den Namen Nordlager des Truppenübungsplatzes Senne.


Tafel zur Lagerstärke
Tafel zur Lagerstärke

Die alte Tafel zur Lagerstärke

Nachdem amerikanische Truppen am 02. April 1945 das ehemalige sowjetische Kriegsgefangenenlager Stalag 326 in Stukenbrock- Senne befreit hatten, verlegten sie anschließend 10000 ehemalige Gefangene in das seit dem 04. April von deutschen Truppen geräumte Nordlager. Hier im Sammellager sollten diese registriert werden und auf die Rückführung in die Heimat warten.

Nach Rückführung der ehemaligen russischen Kriegsgefangenen Mitte 1945 wurde das Lager Unterkunftslager für Ausländer. Man wies die nicht rückkehrwilligen, ehemaligen Fremdarbeiter hier ein. Es waren vor allem Polen, weshalb das Nordlagers inoffiziell auch als „Polenlager“ bezeichnet wurde. Aber auch Ukrainer, Jugoslawen, Ungarn, Esten, Letten und Litauer bevölkerten nun das Lager. Mitte des Jahres 1947 wurde von der britischen Militärregierung eine größere Zahl Polen in deren Heimat zurück transportiert. Das Lager Augustdorf diente jetzt vor allem als Unterkunft für Menschen aus den baltischen Ländern. Nachdem am 30.09.1958 die restlichen Ausländer das Lager verlassen hatten, stand der gesamte ehemalige Lagerkomplex des Nordlagers der Bundeswehr zur Verfügung.

Die hier ausgestellte Tafel hing damals in diesem „Ausländerlager“. Es diente seinerzeit zur Dokumentation der täglichen Belegungsstärke.


Die Schnellfeuerpistole C-96 & SG 84/98

In diesen Vitrinen lagern Fundstücke aus Augustdorf. Unter anderem sieht man hier

  • die Reste einer Schnellfeuerpistole Mauser C96. Diese Waffe wurde wahrscheinlich während der Kämpfe um Augustdorf Anfang April 1945 eingesetzt, da sie auf einem der ehemaligen Gefechtsfelder gefunden wurde.
Schnellfeuerpistole C-96
Schnellfeuerpistole C-96
Seitengewehr  SG 84/98 III. Modell
Seitengewehr SG 84/98 III. Modell

Nicht nur die deutschen Truppen erhielten die „C 96“ im Ersten Weltkrieg. Sie wurde auch in großer Stückzahl an weitere Länder, u.a. die Türkei, Mexiko und China geliefert. So wurde sie für die Firma Mauser zu einem großen kommerziellen Erfolg, obwohl sie nie zur Standartwaffe der deutschen Armee wurde.

  • die Reste eines Seitengewehres SG 84/ 98, III. Modell. Dieses Bajonett wurde bei Erdarbeiten im Nordwesten der Generalfeldmarschall- Rommel- Kaserne gefunden. Das hier gezeigte III. Modell des eigentlich für das Gewehr 98 produzierten Bajonetts war eine Modifizierung für den Karabiner 98 kurz der Wehrmacht. Da im ehemaligen Nordlager im Zeitraum von Mai 1937 bis Anfang April 1945 viele verschiedene Truppenteile der Wehrmacht sowie ab 1944 der Waffen- SS gelegen haben, kann man dieses Bajonett keinem bestimmten Ereignis zuordnen.

Historische Vitrinen - Bild 1
Historische Vitrinen - Bild 1
Historische Vitrinen - Bild 2
Historische Vitrinen - Bild 2

Die Vitrinen der historischen Schätze

In diesen Vitrinen werden Ausrüstungsgegenstände und Handwaffen aus der Aufbauzeit der Bundeswehr gezeigt. Vom Kochgeschirr, das fast unverändert seit dem Ersten Weltkrieg bis heute von der Bundeswehr genutzt wird,

über eine Erkennungsmarke mit eingebautem Strahlendosimeter bis zum Colt 1911, einer amerikanischen Waffenhilfe, die als Pistole P51 und P52 im Kaliber .45ACP (11,43mm x 23) von der Bundeswehr genutzt wurde. Allein in diesen Vitrinen präsentieren wir über 40 Exponate.


Die damalige Feldkommunikation

Hier zeigen wir unter anderem den Feldfernsprecher Ortsbetrieb/ Zentralbetrieb. Es handelt sich hier um einen Fernsprechapparat, der besonders für den feldmäßigen Einsatz für die Bundeswehr entwickelt wurde.

Außerdem sieht der Besucher hier ein Handfunkgerät AN/PRC-6 -  Spitzname „Banane“ - das vom US- Militär in der Zeit des späten Koreakriegs bis zum Vietnamkrieg verwendet und zu Anfang auch von der Bundeswehr genutzt wurde.

Vitrine Feldkommunikation
Vitrine Feldkommunikation

Schreibtisch des Bataillonskommandeurs
Schreibtisch des Bataillonskommandeurs
Der Stuhl, auf dem einst GFM Rommel saß
Der Stuhl, auf dem einst GFM Rommel saß

Der Stuhl, auf dem einst Rommel saß

Im Bereich der Ausstellung des ehemaligen Panzeraufklärungsbataillons 7 steht neben dem Schreibtisch des Bataillonskommandeurs ein Stuhl, auf dem Generalfeldmarschall Erwin Rommel Ende Mai 1940 während des „Halts vor Dünkirchen“ gesessen haben soll. Der Wirt der Gaststätte in Nordfrankreich, in dem Rommel seinerzeit seinen Gefechtsstand aufbauen lies, hatte ihn aufbewahrt und mit einem entsprechenden Messingschild gekennzeichnet.


Der "Letzte Schuss" - Leopard 1 A5

Am 19. November 1991 wurde auf der Gefechtsbahn 9 des Truppenübungsplatzes Bergen die letzte Patrone 105 mm mit einem Kampfpanzer des Typs Leopard 1 A5 durch den damaligen Bataillonskommandeur des Panzeraufklärungsbataillons 7 abgefeuert. Der Anlass war die Umrüstung des Bataillons auf den Kampfpanzer Leopard 2 A4. In der Sammlung wird diese letzte Messinghülse 105 mm, aber auch der Hülsenboden der ersten im Bataillon abgefeuerten 120 mm-Patrone gezeigt.

Letzter Schuss - Leopard 1 A5
Letzter Schuss - Leopard 1 A5
Letzter Schuss - Leopard 1 A5, November 1991
Letzter Schuss - Leopard 1 A5, November 1991

Panzerabwehrrakete SS 11
Panzerabwehrrakete SS 11
Panzerabwehrrakete SS 11, Beschreibung
Panzerabwehrrakete SS 11, Beschreibung

Die Panzerabwehrrakete SS 11

In der Ausstellung der im Jahre 1996 außer Dienst gestellten Panzerjägerkompanie 210 sieht man unter anderem einen Panzerabwehrlenkflugkörper vom Typ „SS11“.

Er wurde im Zeitraum vom 15. bis zum 16. Juni 1981 durch die Panzerjägerkompanie 210 beim letzten zentralen Schulschießen der Bundeswehr mit Panzerabwehrlenkraketen SS 11 auf dem Truppenübungsplatz Bergen verschossen.


Wenn wir jetzt Ihr Interesse geweckt haben, besuchen Sie uns doch einmal persönlich im Rahmen einer Führung durch unsere Sammlung.

Weitere Informationen und die Möglichkeit dazu finden Sie hier.

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