Gebäude der "MGS" - Militärgeschichtliche Sammlung PzBrig21 - Augustdorf
Gebäude der "MGS" - Militärgeschichtliche Sammlung PzBrig21 - Augustdorf

Exponat des Monats - Feb. '24

05.02.2024

Als Exponat des Monats - Februar 2024, stellen wir Ihnen den Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11 näher vor, der in der MGS - Militärgeschichtliche Sammlung Augustdorf ausgestellt ist.

Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11

Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11 - Bild 1
Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11 - Bild 1
Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11 - Bild 2
Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11 - Bild 2
Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11 - Bild 3
Panzerabwehrlenkflugkörper-SS11 - Bild 3

Die SS 11 war eine Draht gesteuerte Panzerabwehrlenkrakete. Es handelte sich bei ihr um ein französisches Lenkraketensystem. (SS= französisch: Sol-Sol / deutsch: Boden-Boden)

Zur Bekämpfung von Panzern trug dieser Flugkörper einen 6,8 kg schweren Hohlladungsgefechtskopf, mit dem die Panzerjäger in der Lage waren auf bis zu 3000 m Entfernung gegnerische Panzerungen von bis zu 600 mm gewalzten Stahl zu durchschlagen.

Von den Panzerjägern der Bundeswehr wurde der Lenkflugkörper seit 1961 vom Raketenjagdpanzer 1 und ab 1967 vom Raketenjagdpanzer 2 aus einer Deckung heraus und unter Panzerschutz verschossen. Aufgrund der hohen Kampfentfernung konnten unsere Panzerjäger mit dieser Waffe feindliche Kampfpanzer bekämpfen, bevor sie selbst in die Reichweite von deren Bordkanonen gerieten.

Der Lenkschütze musste die Rakete nach dem Abfeuern mit einem Joystick und dem Blick durch ein Periskop bis in das Ziel lenken. Zwar erleichterten ihm dabei zwei Signalleuchten an den Raketenleitwerken die Verfolgung und Steuerung der Rakete bis ins Ziel, jedoch erwies sich diese Art der Zielbekämpfung, die sich hier vielleicht etwas spielerisch anhört, als alles andere als einfach. Einmal ganz abgesehen von den äußeren Einflüssen auf die Flugbahn des Lenkflugkörpers wie z. B. Wind und Bewuchs, benötigte die Rakete bei einer durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von 165 m/sec für ein drei Kilometer entferntes Ziel eine Flugzeit von immerhin 18 Sekunden. Und so war es für den Lenkschützen eine besondere Herausforderung, dass ein einmal mit dem Periskop ausgewähltes Ziel während der gesamten Flugzeit der Rakete keine Deckung mehr erreichen konnte.

Die Panzerjäger der Bundeswehr, die sich zunächst seit der Aufstellung der neuen bundesdeutschen Streitkräfte mit den amerikanischen Kampfpanzermodellen M41 und M47 behelfen mussten, verfügten ab 1961 mit dem Raketenjagdpanzer 1 endlich über ein Mittel, das ihre Panzerabwehrfähigkeit gegenüber den Panzermassen der Armeen des Warschauer Pakts entscheidend verbesserte. Die deutschen Jagdpanzer waren für die sowjetischen T-54/T55- Kampfpanzerbesatzungen eine gefürchtete Waffe.

In der Panzerbrigade 21 wurde die Panzerabwehrlenkrakete SS 11 von der Panzerjägerkompanie 210 verschossen. Nach der Umrüstung auf den neuen Raketenjagdpanzer Jaguar, von dem aus die neue deutsch-französische Lenkrakete HOT (=französisch: Haut subsonique Optiquement Teleguide /deutsch: hoher Unterschallbereich optisch ferngelenkt) verschossen wurde, stieg die Ersttrefferwahrscheinlichkeit von 75 bis 80% auf nahezu 100 Prozent.


Datenschutzhinweis

Wir respektieren Ihre Privatsphäre! Wir verwenden "Cookies", um die Benutzerfreundlichkeit unserer Website zu verbessern. Durch die weitere Nutzung unserer Website, stimmen Sie der Verwendung von "Cookies" gemäß unserer Datenschutzerklärung zu.